Dienstag, 15. Dezember 2015

Einfach ich selbst sein.....


Nicht selten wird verlangt, dass man sich den anderen Menschen anpasst und bis zu einem gewissen Punkt ist das ja auch wichtig, um z.B. in der Familie, im Beruf und in der Schule mit anderen Menschen klar zu kommen.
Wir sollten nur nicht vergessen, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise einzigartig ist und das nicht jeder das gleiche mag oder nicht mag.
Ich z.B. gehe sehr viel lieber mit meinem Hund im Wald spazieren, als mich in ein volles Café zu setzen oder shoppen zu gehen. Für den Einen ist es Entspannung im Café zu sitzen für mich bedeutet es nach einer gewissen Zeit  Stress, weil ich mit den vielen Sinneseindrücken (Geräusche, Gerüche, viele Menschen und vor allem viele Stimmen) nicht zurecht komme und sie mich irgendwann regelrecht überfluten. Ich kann viele Sinneseindrücke nicht filtern in wichtig und unwichtig, was zur Folge hat, dass ich erst einmal alles gleich wahrnehme und mein Speicher dann schneller voll ist.
Ich brauche dann ein bisschen, um das zu sortieren und das schaffe ich z.B. durch einen Spaziergang im Grünen, im Wald, am Wasser...., wenn ich etwas lese oder schreibe....
Das geht bestimmt auch einigen Nichtbetroffenen so und hat natürlich nicht unbedingt nur etwas mit meiner Autismus Spektrum Störung zu tun. Da  ich auch in die Richtung HSP (Hochsensible Persönlichkeit) gehe kann und möchte  ich diese beiden Themen in meinen Posts auch nicht mehr so trennen.
Autismus Spektrum Störung bedeutet ja, dass es eine breitere Spanne gibt was die Beeinträchtigungen betrifft und nicht alles auf jeden zutreffen muss.
In der Vergangenheit habe ich oft erleben müssen, dass Menschen dich nur dann akzeptieren, wenn du ihren Lebensstil mitmachst und ihre Interessen bedingungslos teilst. Sollte das nicht sein, ist es gleich "unnormal" oder auch "unsozial". Ich habe das dann irgendwann auch geglaubt und habe versucht so zu sein und mir diese "Fähigkeiten" anzutrainieren, mit dem Ergebnis, dass ich ständig das Gefühl hatte in irgendeinem Punkt zu versagen oder einfach nur erschöpft war.
Irgendwann gelangt man dann an einen Punkt an dem man sich fragt, ob man das jetzt wirklich will.Vielleicht ist es ja leichter sich an den Menschen zu orientieren, die dich so nehmen wie du bist.
Die auch so sind wie sie sind und auch nicht versuchen einen komplett anderen Menschen aus dir zu machen.
Ich glaube erst dann, wenn man an diesem Punkt angelangt ist kann man auch lernen sich selbst so zu akzeptieren wie man ist ohne Zweifel und ohne das Gefühl sich ständig mit anderen Menschen vergleichen/messen zu müssen.
Früher habe ich viele Dinge mitgemacht, um einfach "dazu zu gehören" heute weiss ich das ich dazu gehöre auch ohne mich mit Dingen zu quälen, die gar nicht dem entsprechen was ich wirklich möchte.
 Ich muss mich nicht ständig in Menschenmengen/Einkaufszentren usw. aufhalten, die mich mehr stressen, als das sie mir Freude bereiten und ich muss auch keinen Schmuck tragen (ausser meinen Ehering- der ist mir wichtig), damit ich mich wie eine Frau fühle. "Eine Frau muss sich "schmücken" habe ich schon öfter gehört. Was für ein Schwachsinn, Wo seht das ? Wer entscheidet das ?  Es steht nirgends und ich entscheide es ganz allein.
So kommt man jeden Tag sich selbst wieder ein Stückchen näher und ich wünsche mir sehr, dass ich mit diesem Post auch bei anderen die manchmal an sich und ihren Fähigkeiten zweifeln etwas bewirken konnte. Einfach mal darüber nachdenken, wie du dich selbst siehst und nicht wie andere dich gerne sehen wollen....

Ich wünsche allen eine schöne Vorweihnachtszeit....







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