Freitag, 20. November 2015

Hochsensibilität - oft hat man mit Vorurteilen und Selbstzweifel zu kämpfen....

Tagtäglich nehmen wir viele Informationen aus unserer Umwelt auf und verarbeiten sie. 
Viele Informationen die wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen werden gefiltert, um eine Reizüberflutung zu verhindern. 
Bei hochsensiblen Personen funktioniert das meistens nicht so gut, was dazu führt das der "Speicher" schneller voll ist und es unter Umständen zu einer Reizüberflutung kommt. Das heisst wir brauchen schneller eine Pause, um uns von den vielen  (teilweise ungefilterten )Informationen zu erholen. 
Die schnelle Folge von Bildern z.B. in einem Film führt bei mir z.B. dazu das ich sehr schnell überfordert bin und eine Pause brauche.
 Ich  habe es  auch schon im Kino erlebt, dass ich den Raum verlassen musste, weil ich mich plötzlich extrem gestresst gefühlt habe. Schnelle Bildfolge, Lautstärke führten bei mir innerhalb kurzer Zeit zu einem sog. Overload (Reizüberflutung). 

Ein weiteres Beispiel ist z.B. auch das Einkaufen in einem grossen Supermarkt. Innerhalb kurzer Zeit nehme ich so viele Informationen/Sinneseindrücke auf, dass es mir schwer fällt mich auf meinen Einkauf zu konzentrieren. Das bedeutet für mich, dass ich meinen Einkauf in einem möglichst kleinen und übersichtlichen Laden erledigen muss. Die Tatsache, dass ich mich in einem Laden gut auskenne und mich bereits an die "Informationen" gewöhnt habe, erleichtert es mir erheblich. 
Vielleicht kann man es mit der Tatsache vergleichen, dass wir Geräusche an die wir uns bereits gewöhnt haben z.B. Fluglärm/Bahn/Autobahn etc. nicht mehr so intensiv wahrnehmen.  

Grosse Schwierigkeiten bereitet mir zum Beispiel das Fahren als Beifahrer auf der Autobahn, denn das permanente Rauschen führt bei mir zu einer starken Reizüberflutung und macht mich sehr müde. 
Als Fahrer stört es mich weniger, weil ich mich dann auf den Verkehr konzentrieren muss. 
Das mache mich mir seit einiger Zeit auch in anderen Situationen zu Nutzen. Ich nehme mir dann ein Buch oder etwas anderes zum Lesen mit, um das was um mich herum ist einfach auszublenden. 
Mit Autogenem Training z.B. geht das auch. Das habe ich ja in meinem letzten Post kurz beschrieben. 
Auch die Stärke der Reize spielt eine grosse Rolle bei hochsensiblen Menschen. 
Bestimmte Kleidungsstücke oder Nahrung mit einer bestimmten Konsistenz/Temperatur können uns grosse Probleme bereiten. 
Reizüberflutung kann schmerzähnliche Zustände auslösen. Hochsensible Menschen werden schnell als nicht belastbar, unhöflich oder auch ungesellig bezeichnet. Vorurteile mit denen wir oft zu kämpfen haben, dabei versuchen wir uns mit bestimmten Verhaltensweisen nur zu schützen. 
Die Grenze ist bei Hochsensiblen nur schneller erreicht als bei normalsensiblen Menschen. 

Hochsensible Menschen können auch stärker auf die Stimmungen ihrer Mitmenschen reagieren und diese evtl wahrnehmen bevor ein normalsensibler M. diese wahrnimmt. Das kann auch auf Dauer  sehr anstrengend sein. 
 Manchmal führt das auch dazu das wir selbst von anderen erwarten, dass sie unsere Gefühlslage erkennen müssten und dann enttäuscht sind, wenn es nicht der Fall ist. Das führt nicht selten zu zwischenmenschlichen Problemen, vor allem wenn hochsensible Menschen auf normalsensible Menschen treffen. Das macht es meiner Meinung nach auch so wichtig darüber aufzuklären und die Unterschiede zu erläutern. 
 Hochsensible fühlen sich vor allem, wenn sie noch nichts von ihrer Besonderheit wissen anders und glauben irgendwann selbst daran, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, dass sie "unnormal" sind. 
Sie fragen sich vielleicht ständig, warum bestimmte Dinge für manche Menschen ganz "selbstverständlich" sind und für sie selbst eine "unüberwindbare Hürde"darstellen. 
Einmal erkannt, ist diese Besonderheit aber auch eine gewisse Bereicherung. 
Wie alles hat Hochsensibilität Vor- und Nachteile. 
Vor allem ist es aber wichtig sich so anzunehmen, wie man ist und zu versuchen mit dieser Besonderheit umzugehen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das nicht immer leicht ist. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen