Freitag, 14. März 2014

Umgang mit Veränderungen und das Erkennen eigener Grenzen


Der Umgang mit Veränderungen spielt eine sehr große Rolle im Leben eines Autisten. Genauso wie das Erkennen eigener Grenzen, wenn wir uns in Situationen begeben die uns nicht gut tun, aber auch nicht immer vermeidbar sind.

Ich habe jetzt sehr lange nicht geschrieben, aber immer wieder auf meine Seite geschaut und mich sehr gefreut, dass es doch so viele Menschen gibt ,die sich mit dem Thema Autismus beschäftigen, meine Beiträge lesen und ich damit ein Stück weit zur Aufklärung über das Asperger Syndrom beitragen kann.
Der Umgang mit einem Asperger Autisten gestaltet sich  im Alltag oft schwieriger ,weil Nichtbetroffene die Verhaltensweisen nicht einschätzen oder teilweise auch gar nicht verstehen können.
Umso wichtiger ist es immer und immer wieder zu beschreiben, wie sich Asperger Autisten in bestimmten Situationen fühlen um bestimmte Verhaltensweisen zu erklären und sie für Nichtbetroffene ein wenig verständlicher zu machen.

In meinem letzten Post habe ich ja geschrieben, dass ich wieder arbeite und das es es mir sehr gut tut wieder das machen zu können was mir Spass macht, mich der Medizin widmen.
Es hat auch alles sehr gut angefangen und ich war sehr froh wieder ein wenig am Arbeitsleben teilhaben zu dürfen. Das Wort war, verrät schon, dass ich es nicht mehr bin und ehrlich gesagt fange ich jetzt so langsam wieder an mich von einigen Dingen zu erholen.
Es fing damit an, dass sich meine Arbeit bzw. meine Arbeitszeiten und damit mein ganzer Tagesablauf  plötzlich von eine Minute auf die andere verändert haben, weil eine Kollegin ersetzt werden musste. Aufgrund der Tatsache, dass ich ein sehr pflichtbewusster Mensch bin, der seine Arbeit korrekt machen möchte und nichts liegen lassen kann, habe ich meine Grenzen mehrfach und anfangs ohne darüber nachzudenken überschritten.
Ich habe nicht mehr gegessen, habe eigentlich nur noch an die Arbeit gedacht und wie ich alles schaffen kann (was aus meiner jetzigen Sicht für jemanden mit diesen Einschränkungen ziemlich aussichtslos war) und ausserdem noch meinen Pflichten in der Familie und dem Haushalt gerecht werden kann. Mein Mann und meine Familienangehörigen haben schon lange vorher gemerkt, dass es mich irgendwann umwerfen wird, aber ich wollte auf gar keinen Fall versagen.
Ein Fehler, den ich sicherlich kein zweites Mal machen werde.
Nachdem ich in 3 Wochen 10 kg abgenommen, kaum noch geschlafen habe und auch auf der Arbeit die Fassade nicht mehr aufrecht erhalten konnte (Fake a Smile and move on)habe ich dann auf meinen Mann gehört und das einzig Richtige getan und die Notbremse in Form meiner Kündigung gezogen.
 Es war am Anfang nicht leicht für mich, aber als ich mir mit Hilfe der anderen Menschen in meiner Umgebung klar wurde, dass ich nicht versagt habe, sondern das ich weit über meine Grenzen hinaus gegangen bin und das Arbeitspensum und vor allem  der emotionale Aspekt für mich einfach nicht zu schaffen waren, war es für mich wie eine Befreiung.


Jetzt beginnt für mich wieder ein neuer Abschnitt und ich werde mich jetzt wieder mehr der Aufklärung über Autismus zuwenden, wofür ich in den letzten Monaten eigentlich gar keine Zeit mehr hatte.


Es ist nicht nur für jemanden mit Asperger Syndrom sondern auch für jeden anderen Nichtbetroffenen wichtig die eigenen Grenzen zu erkennen und zu merken, wann man sich einfach eine Auszeit nehmen muss, um wieder vollständig einsatzbereit zu sein.
Es ist sicher auch nicht falsch die eigenen Grenzen auszutesten und sie auch mal zu überschreiten, um sich selbst zu zeigen, dass man gewisse Dinge einfach schaffen kann, aber die Gesundheit und die Psyche dürfen nicht darunter leiden.
Unser Körper zeigt uns eigentlich immer ganz genau was er braucht, wir müssen nur darauf achten.
Für einen Asperger Autisten ist es sicher oft schwieriger, denn unsere Grenzen liegen in bestimmten Bereichen weit unter denen von Nichtbetroffenen und wenn wir sehr viel mit Menschen zu tun haben, die nicht vom A.S. betroffen sind, kann es leicht passieren,dass wir einfach mithalten wollen und uns unserer Grenzen erst dann bewusst werden, wenn es zu einem Overload(Reizüberflutung)gekommen ist. Wichtig ist es sich in diesem Moment klar zu machen, dass es einfach eine Reaktion unseres Körpers ist, die uns darauf hinweisen möchte es in Zukunft anderes zu machen. Es kann auch noch sehr hilfreich sein sich in diesen Situationen einfach klar zu machen, dass wir in anderen Bereichen z.B. unseren Spezialinteressen weit höhere Leistungen erzielen können. Es hebt in diesen Situationen das Selbstwertgefühl, dass bei vielen Asperger Autisten oft sehr schwach ausgeprägt ist.
Ich versuche dann  zu jeder Schwäche einfach eine passende Stärke zu finden.


So ich werde meinen Post für heute beenden und mich noch etwas der Gartenarbeit widmen.




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