Montag, 8. Juli 2013

Veränderungen und das Zusammenleben zwischen Asperger Autisten und Nichtbetroffen....

So ich  bin aus dem Urlaub zurück und man glaubt es kaum ich habe wieder eine beständige Internet Verbindung. Auf dem Lande ist es mit IPad nicht selbstverständlich, wie ich feststellen musste....

Ich war mit meiner Familie auf einem tollen Familienbauernhof und habe die gute Land-und Seeluft genossen.

Da wir nicht zum ersten Mal dort waren, konnte ich den Urlaub (bis auf ein paar Ausnahmen) auch von Anfang genießen, denn für Autisten ist eine Umgebungsveränderung ja bekanntlich immer mit Stress verbunden.
Wir mussten schon eine Woche später fahren, weil ich eine Borreliose durch Zeckenbiss habe und es mir ein paar Wochen lang nicht so gut ging.
Das hat meinen Plan schon ganz schön durcheinander gebracht und die Tatsache, dass die Urlaubsvorbereitung nicht so lief wie sonst hat es nicht besser gemacht.
Asperger Autisten müssen nämlich alles genau planen und das erfolgt bei mir immer schon einige Zeit vorher. Zu meiner Planung gehört dann das detaillierte Auflisten aller Dinge, die  ich mitnehmen muss.
Da ich ja drei Koffer packen muss, gibt es natürlich für jeden eine extra Liste.
Das ist jetzt nicht unbedingt als autistisch zu werten, denn das machen bestimmt auch einige Nichtbetroffene, um nichts zu vergessen.
Ich brauche dann am Urlaubsort auch einige Zeit, um mich zu orientieren, denn nicht nur die ungewohnten Abläufe auch die ungewohnte Umgebung, Ferienwohnung oder Haus und die fremden Menschen machen mich am Anfang ziemlich unsicher und ich ermüde sehr schnell.
Wir haben am zweiten Abend einen gemeinschaftlichen Grillabend gemacht und der hat mich ziemlich geschafft.
Es war sehr schwierig sich auf die vielen Dinge  zu konzentrieren und erschwerend kam diesmal noch hinzu, dass ich aufgrund meiner Erkrankung schlecht laufen konnte und Probleme mit dem Gleichgewicht hatte.
Ich habe aber mitgemacht und bin dann auch immer ein wenig stolz darauf, dass ich trotz meiner Defizite dazu in der Lage bin.
Es war ein erholsamer Urlaub und auch wenn ich nicht bei allen Ausflügen etc. dabei  war, war es für alle sehr schön...
Für einen Nichtbetroffenen ist es bestimmt schwer zu verstehen, dass jemand  jedes Jahr an den selben Ort fahren kann ohne irgendwann Langeweile zu verspüren. Im Gegenteil es wird für mich von Jahr zu Jahr interessanter, denn ich muss mich dann nicht mehr so sehr auf die alltäglichen Dinge konzentrieren, sondern kann mich anderen Dingen widmen. Meine Tochter hat dort sehr viel Spass und sie liebt es auch an gewohnte Orte zu fahren.
Für meinen Mann ist es etwas schwieriger, aber wir waren auch schon an anderen Urlaubsorten und werden auch in den nächsten Jahren mal woanders hinfahren. da muss ich mich dann eben überwinden und manchmal ist das vielleicht auch ganz gut so.
Im Urlaub habe ich die Erfahrung gemacht, dass es für mich eine unüberwindbare Hürde ist mit einer oder mehreren anderen Personen, die nicht zu meinen näheren Bezugspersonen gehören, in einem Raum zu schlafen.
Jetzt weiss ich auch warum ich bei allen Klassenfahrten oder bei Krankenhausaufenthalten  damals so gelitten habe.
Ich brauch immer eine Rückzugsmöglichkeit und allein der Gedanke daran diese nicht zu haben reicht aus, um in Panik zu verfallen.
Sicher sind das alles Dinge die bei einem Nichtbetroffenen genauso auftreten können, aber Asperger Autisten oder Autisten allgemein reagieren wahrscheinlich viel heftiger auf diese Situationen.

Für einen Nichtbetroffenen ist es sicher schwierig einige Verhaltensweisen von uns Asperger zu verstehen oder sich in unsere Lage zu versetzen. Für uns ist es umgekehrt genauso und genau aus diesem Grund ist es so wichtig darüber aufzuklären und diese Entwicklungsstörung ein wenig transparenter zu machen.
Anders herum ist es auch wichtig Asperger Autisten zu ermutigen, dass zu erlernen was Nichtbetroffenen intuitiv beherrschen. Es dauert zwar etwas länger und wird auch nie so sein wie bei einem Nichtbetroffenen, aber es hilft vielleicht über einige Probleme hinweg.
Meine bisherige Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass es einfacher ist offen damit umzugehen....

Ich merke für mich, dass es mir immer leichter fällt über meinen Autismus zu sprechen und zu meinen Defiziten zu stehen, was  auch zwangsläufig dazu führt, dass ich immer weniger versuche diese Defizite zu überspielen. Das spart Energie....






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