Samstag, 25. Mai 2013


Offener Umgang mit dem Asperger Autismus und mehr Verständnis von Nichtbetroffenen...

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen festgestellt, dass es einfacher ist mit den eigenen Schwächen umzugehen, wenn man selbst offen damit umgeht...

Für mich habe ich den  Entschluss gefasst, mein  Asperger Syndrom nicht zu verstecken und so weit wie möglich ich selbst zu sein...
Meine engeren  Freunde und Bekannte wissen jetzt  darüber Bescheid und ich merke, dass der Kontakt zu ihnen dadurch für mich  und ich nehme mal an auch für sie einfacher wird. Vielleicht wirke ich in bestimmten Bereichen nicht mehr so sonderbar, sondern einfach nur ein bisschen anders als die anderen.
Deshalb finde ich es auch so wichtig möglichst viele Informationen über das Asperger Syndrom weiter zu geben und mich für mehr Verständnis und Akzeptanz dieser Lebensform oder Behinderung (wie man es auch immer nennen mag-  für mich ist es irgendwie beides, sozusagen eine Behinderung die ich in mein Leben integrieren muss) einzusetzen.
Es gibt nicht den Autisten sondern der Autismus und speziell der Asperger Autismus zeigt sehr viele Formen und es gibt Menschen die schwerer betroffen sind und Menschen die nicht ganz so stark betroffen sind, aber trotzdem in verschiedenen Bereichen des Lebens Schwierigkeiten haben, die bewältigt werden müssen.  Ich habe das Glück, dass ich zu den leichter Betroffenen zähle und Bewältigungsstrategien entwickelt habe, die zwar einiges an Energie kosten, mir  aber ermöglichen Problemlösungen zu entwickeln um den Alltag zu bewältigen. Alltägliche Situationen z.B. Einkauf im Supermarkt, Haushaltstätigkeiten, Behördengänge usw. bringen teilweise große oder weniger große Probleme mit sich, die man lösen muss. Da wir Autisten oft eine etwas andere Vorgehensweise haben , um Probleme zu lösen z.B. Listen erstellen, die wir dann abarbeiten oder Tätigkeiten genau strukturieren und planen,  brauchen wir oft länger als Nichtbetroffenen und ab und zu brauchen wir auch jemanden der uns vielleicht sagt was zu tun ist (auch wenn es uns manchmal sehr schwer fällt um Hilfe zu bitten).
Es hat mir sehr geholfen, mir meine persönlichen Schwächen einzugestehen und sie zu akzeptieren und ich glaube, wenn man das einmal geschafft hat kann man in diesen Dingen auch Hilfe annehmen.
Ich war heute in meinem bekannten Supermarkt einkaufen in dem seit einiger Zeit umgebaut wird und am Anfang hatte ich ein ungutes Gefühl. Ich habe dann zu meinem Mann und meiner Tochter gesagt, dass diese Veränderungen mir grad Schwierigkeiten machen und mit der Tatsache, dass ich selbst erkannt habe was los ist und ich dem entsprechend handeln konnte blieb die bekannte Panik in diesen Situationen aus.
Ich habe mich in dieser Situation nur auf das konzentriert, was für mich in diesem Moment entscheidend war, die Dinge die wir einkaufen mussten und die Orientierung behalten. Ich wirkte in diesem Moment vielleicht nicht mehr perfekt, aber wer ist das schon... Wichtig war für mich in diesem Moment, dass ich diese Situation ohne Panik zu bekommen überstanden habe und meinen Einkauf erledigt habe.

Wichtig ist also, dass man irgendwann  im Ziel ankommt, wie man es macht oder wie lange man braucht ist dabei nicht so entscheidend.....


Kommentare:

  1. Liebe Mona, ich bin kürzlich als Mutter eines 9 jährigen Asperger Autisten auf deinen Blog gestoßen. Ich bin begeistert von deinen Beiträgen, aus denen ich sehr viel lerne. Vielen Dank, dass du uns/mir einen Einblick in euer Leben und damit ein besseres Verständnis sowie einen einfacheren Umgang ermöglichst. Ich bin sehr gespannt was ich noch von dir lesen werde. Bitte mach weiter so.

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  2. Hallo, ich freue mich sehr über deinen Kommentar, es zeigt mir das es die richtige Entscheidung war diesen Blog zu eröffnen.
    Ich hoffe sehr, dass ich euch weiterhin mit meinen Beiträgen helfen kann. Viele Grüsse

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