Dienstag, 14. Mai 2013

Grenzen erkennen und rechtzeitig bremsen....


Es ist manchmal recht schwer die eigenen Grenzen zu erkennen und wenn man sie dann erkannt hat rechtzeitig gegen zu steuern.
Für einen Asperger Autisten ist es manchmal schwer eigene Emotionen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Für mich war es zeitweise sehr schwer meine Belastungsgrenze zu erkennen, was dazu geführt hat, dass ich mir oft sehr viel mehr zugemutet habe, als ich eigentlich ertragen konnte.
Ich denke, dass es nicht sinnvoll ist sich ganz aus dem "sozialen Miteinander" heraus zu nehmen, aber man sollte auf kleine Signale achten und sich rechtzeitig zurückziehen um Overloads zu vermeiden.

Für mich ist es jetzt mit der Diagnose leichter Grenzen zu erkennen und Grenzen zu setzen und ich freue mich, dass ich einen so großen Schritt in die für mich richtige Richtung gemacht habe.....
Plötzlich hatte ich nicht mehr so sehr das Gefühl nicht so ganz in diese Welt zu passen, sondern ich hatte jetzt das Gefühl meinen Platz in dieser Welt gefunden zu haben....

Ich habe gemerkt, dass ich meine vorhandene Energie oft in Dinge investiert habe, die mir persönlich nicht so wichtig waren und dann keine Reserven für den Alltag mehr übrig hatte.
Es ist für einen Asperger Autisten genauso wichtig wie für einen Nichtbetroffenen Energiereserven einzuteilen und rechtzeitig aufzuladen.
Ich habe mich dazu entschlossen soziale Konakte nicht zu vermeiden, sondern zeitlich zu begrenzen.
Es ist jetzt ok für mich eine halbe oder eine Stunde z.B. mit einer Freundin zusammen zu sein und dann brauche ich wieder Zeit für mich und für meine alltäglichen Aufgaben. So schaffe ich meistens was ich mir vorgenommen habe und fühle mich am Ende des Tages besser.
So kann ich meinen Tag auch meistens genau planen und das gibt mir zusätzliche Sicherheit.
Früher habe ich oft spontane Einladungen angenommen oder ausgesprochen, was sehr viel Kraft gekostet und auf  Dauer zu Overloads oder starken Ermüdungserscheinungen geführt hat.
Manchmal ist  es noch schwierig diese Entscheidung Nichtbetroffenen gegenüber zu erklären, aber ich denke je öfter man es macht, desto einfacher und selbstverständlicher wird es wahrscheinlich irgendwann.
Ich verbringe viel Zeit mit meiner Tochter, wir malen beide sehr gern, gehen zum Schwimmen,fahren Fahrrad oder gehen mit unserem Hund spazieren. Manchmal sitzen wir auch einfach nur zusammen und jeder macht etwas für sich, der eine liest und der andere malt oder ähnliches.

Wir Asperger brauchen für viele alltägliche Dinge länger als Nichtbetroffene.  Bei mir erklärt es sich dadurch, dass ich die Dinge immer genau planen muss und nicht spontan drauf los arbeiten kann.
Meistens erstelle ich Listen und arbeite diese dann systematisch ab.  Ich brauche diese Struktur, um bei der Sache zu bleiben und mich nicht nicht in Details zu verlieren (ein häufiges Problem).

Es ist für mich wichtig die eigenen Grenzen zu erkennen, Energiereserven gut einzuteilen,  alltägliche Dinge sorgfältig zu planen und den Tag zu strukturieren....

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