Mittwoch, 15. Mai 2013

Asperger Syndrom - eine Behinderung oder eine Lebensform ?


Als ich erfahren habe, dass ich Asperger Autistin bin, musste ich es ersteinmal verarbeiten. So wie es bei jeder anderen Diagnose sicher auch ist. Asperger läßt sich nicht heilen, sondern begleitet mich nun schon ein Leben lang und wird auch weiterhin mein ständiger Begleiter bleiben.
Jetzt stellte ich mir die Frage, was ich weiter machen kann, um mich damit zu arrangieren.
Für mich war klar, dass ich offen damit umgehen  und zur Aufklärung über das Asperger Syndrom beitragen möchte.
 Ich möchte versuchen anderen Betroffenen Mut zu machen,  Angehörigen und Freunden von Asperger Autisten und natürlich allen die sich dafür interessieren etwas über unsere Wahrnehmung und Denkweise berichten
Sicher bedeutet es Einschränkungen im Leben und ich persönlich habe auch kein Problem damit es als Behinderung anzusehen, aber eins ist wichtig und zwar, dass wir versuchen mit dem Asperger Syndrom zu leben und nicht das Asperger Syndrom mit uns.
Wir müssen versuchen die alltäglichen Dinge so zu organisieren ,dass wir es schaffen sie zu bewältigen und wenn wir Hilfe brauchen müssen wir diese auch annehmen (ein großes Problem von den meisten Asperger Autisten - auch von mir) Das Wichtigste hierbei ist meiner Meinung nach, dass man  Hilfe von den" richtigen" Menschen annimmt. D.h. für mich es müssen Menschen sein die Verständnis für die Situation haben, die wenigstens ansatzweise versuchen unsere  Denkweise zu verstehen.
Menschen die darin ihre Aufgabe sehen uns zu bevormunden und zu dominieren, weil wir es ja alleine nicht schaffen (mal übertrieben dargestellt) sind für mich ungeeignet.
Ich denke es wird einem Nichtbetroffenen niemals ganz gelingen unsere Denkweise und Wahrnehmung vollständig zu durchschauen, denn wenn das so einfach wäre müssten andere Asperger und auch ich nicht diese Texte schreiben. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn das Verständnis dafür, dass es Menschen gibt die anderes denken und wahrnehmen und die Akzeptanz reicht meiner Meinung nach schon aus.

Jeder Asperger Autist denkt anders darüber, ob Behinderung oder Lebensform hängt natürlich auch von der Schwere der Beeinträchtigungen ab und es gibt ja nicht den Asperger, sondern es handelt sich um eine Spektrum Störung die viele verschiedene Erscheinungsformen zeigt.

Ich persönlich akzeptiere für mich zur Zeit noch beide Bezeichnungen, denn für mich ist es eine Behinderung mit der ich lebe.....


Kommentare:

  1. Vielleicht ist es doch möglich, ein paar typische Züge des Autismus zu überwinden. Ich habe über 30 Jahre lang Empathie trainiert (es gibt in meiner Religion systematische Übungen), und es geht voran! Als junger Mensch habe ich einiges Unheil damit angerechnet, und ich habe mich später gefragt, wie ich so gefühllos sein konnte. Aber plötzlich ist dann der Knoten geplatzt, und ich habe es geschafft, die Blickrichtung umzudrehen, und ich habe sehr geweint. Was ich geschafft habe, war aber in erster Linie Einsicht und Übung, der Instinkt fehlt mir nach wie vor, aber für meine sozialen Kontakte hat es eine große Verbesserung bedeutet.

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  2. Hallo Eva , vielen Dank für den Kommentar, ich sehe es ähnlich, denn auch wenn wir nicht intuitiv handeln können ist es möglich soziale Kontakte zu verbessern, in dem man versucht durch Beobachtung und Erfahrungen dazu zu lernen.
    Die Blickrichtung zu ändern auch wenn es schwer fällt, ist meiner Meinung nach großer Schritt in die richtige Richtung.

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