Montag, 15. April 2013

Die Diagnose im Erwachsenenalter......

Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob er sich diagnostizieren lassen möchte oder nicht. Ich selbst kann da für mich sagen, dass es die richtige Entscheidung war!

Ich habe auch sehr lange gebraucht, um mich endgültig zu entscheiden, denn es muss sicher auch gut überlegt sein.

Man muss sich einige Fragen stellen :


  • Was bringt mir eine Diagnose?
  • Welche Vorteile, aber auch welche Nachteile bringt sie mit sich?
  • Wem möchte ich davon erzählen und wem lieber nicht?
  • Wie gehe ich selbst damit um?


Hinzu kommt noch, dass es für Erwachsene meistens schwieriger ist einen Facharzt zu finden, der sich damit auskennt und wo man nicht 1 Jahr oder länger auf einen Termin warten muss.
Meistens gibt es Wartelisten, die allerdings auch schon sehr voll sind und teilweise sogar zwischenzeitlich geschlossen werden, weil die Nachfrage einfach sehr groß ist.

Als ich dann meinen Termin hatte und dieser näher kam, hatte ich schon ab und zu Zweifel, aber es lag wohl eher daran, dass ich nicht wusste was mich erwartet. Ungewissheit und Dinge die ich vorher nicht genau planen kann, sind für mich immer ganz schrecklich und es geht mir vorher meistens nicht so gut.
Vor diesem Termin war es aber irgendwie anders, weil ich wusste, dass ich diesmal nicht schauspielern  brauch, um nicht aufzufallen, denn ich wollte ja eine realistische Einschätzung.
Obwohl ich jetzt auch der  Meinung bin, dass man einem richtigen Fachmann auf diesem Gebiet auch nichts vormachen kann. Die Tests haben mir eindeutig gezeigt, dass es Defizite gibt die einfach da sind und die man auch nicht überspielen kann. Ich war nach dem Test ziemlich geschafft, weil es doch sehr viel auf einmal war, aber er zeigte mir auch ganz deutlich wo meine Schwächen liegen und wo man, so weit wie es in diesem Fall möglich ist, auch dran arbeiten kann.
Nachdem die Diagnose fest stand war es etwas ungewohnt für mich und ich wusste anfangs nicht so richtig etwas damit anzufangen, aber nach ein paar Tagen spürte ich, dass etwas mit mir passiert ist.
Ich hatte das Gefühl endlich in meinem eigenen Leben angekommen zu sein.




Kommentare:

  1. Hallo MonaK, ich lese deinen Blog mit großem Interesse. Auf das Thema Asperger Syndrom bin ich erst seit kurzer Zeit gekommen und ich erkenne mich zu 100% wieder. Die Blogeinträge von dir sind super verständlich unt interessant geschrieben. Viele Themen könnten 1:1 aus meinem Leben sein. Zum Thema Diagnose würden mich noch folgende Antworten aus deiner Sicht interessieren: 1. Was für einen Facharzt sucht man hierfür am Besten auf? (Psychotherapeut?). 2. Was genau passiert bei so einem Test? (alles vorher zu Planen das macht mich auch aus und es ist sehr anstrengend!
    Vielen Dank vorab und LG
    Amysa

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  2. Hallo Amysa, vielen Dank für deinen Kommentar, es freut mich ,dass ich mit meinen Beiträgen helfen kann.
    Es gibt nicht sehr viele Fachärzte die sich darauf spezialisiert haben. es gibt im Internet eine Liste ich versuche sie zu finden und stelle den Link dann ein. Die Diagnostik kann man meines Wissens nach nur bei einem Facharzt durchführen lassen.
    Ich hatte einen Termin der über 3,5 Stunden ging. Er hat mir sehr viele Fragen zu meiner Vergangenheit usw.gestellt und er hat einige Tests mit mir gemacht.Ich musste z.B. Bildern die richtige Emotion zu ordnen. Findet man auch im Internet unter Emotionstest. Stell den Link auch mal ein. Ich kann es verstehen, dass du genau wissen möchtest was gemacht wird, denn es ging mir genauso. Der Termin war für mich auch anstrengend, aber ich habe meiner Meinung nach davon profitiert. Ich habe mich vorher bei Autismus Deutschland beraten lassen und es hat mir sehr geholfen.
    Ich hoffe, dass ich deine Fragen beantwortet habe und werde auch nochmal einen Post dazu schreiben und die Links einstellen.
    Solltest du noch Fragen haben bin ich gern dazu bereit sie zu beantworten. Viele Grüsse

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  3. Hallo MonaK, vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung. Über die Links würde ich mich sehr freuen. Ich selber schaue auch mal nach den Emotionstests. Bei Autismus Deutschland schaue ich auch mal nach Informationen.
    Das ganze Thema ist noch sehr neu für mich. Ich leide seit Jahren unter genau den ganzen Problemen die zu dem Asperger Syndrom passen und wusste nie genau was es ist. Ich habe erst gedacht es wäre Borderline aber da gab es sehr viele Punkte die nicht gepasst haben. Ich fände es nur unglaublich erleichternd endlich zu wissen warum ich so anders als Andere bin. Ich hoffe auch mit einer Diagnose dann endlich glücklich werden zu können indem ich es akzeptieren kann und versuchen kann damit zu leben. Gerade der Punkt mit den Ruhephasen gönnen, den kann ich nicht, weil ich momentan denke, dass alle Anderen mit einer Leichtigkeit so viel schaffen und ich sehr perfektionistisch bin, da will ich natürlich noch mehr schaffen und bin irgendwann an einem Punkt wo ich einfach komplett am Ende bin. So aber genug nun :) Vielen Dank für deine Tipps. Liebe Grüße Amysa

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