Freitag, 26. April 2013

Asperger Syndrom und Arbeit.........



Ich selbst habe eine Ausbildung zur Krankenschwester  absolviert und fast 15 Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Es ist durchaus möglich als Asperger Autist das zu schaffen, aber wenn man wie es bei mir z.B. der Fall war , einen für Autisten ungünstigen Beruf gewählt hat, ist es auf Dauer sehr anstrengend.
Ich brauchte sehr oft Auszeiten, um mich zu regenerieren. Medizinische Zusammenhänge fand ich schon immer sehr faszinierend und das hat mich dann auch über die Jahre in der Notaufnahme hinweg  gerettet.
Hinzu kam, dass ich versucht habe immer in einem festen Bereich und im Spätdiemst oder Nachtdienst zu arbeiten und dort meine Routinen hatte. Ich habe diese teilweise als  Leitfaden für meine Azubis getarnt auch schriftlich fixiert, um eine Struktur zu haben. Leider gab es aber auch immer wieder Probleme mit Kollegen, die von meinem Autismus nichts wussten (wie auch ,ich wußte es zu diesem Zeitpunkt ja selbst noch nicht) und ich musste dann in einem anderen Bereich arbeiten und wurde teilweise auch gemobbt. Jetzt weiß ich, dass es vielleicht auch manchmal meine sehr direkte Art oder die Übergenauigkeit war, die mich teilweise zum Außenseiter gemacht hat. Die Außenseiterrolle empfand ich nicht als schlimm, viel schlimmer fand ich es, wenn ich plötzlich einen anderen Bereich übernehmen sollte oder mehr Frühdiemste/Zwischendienst  machen sollte.

Nach meinem Erziehungsurlaub hab ich dann noch das eine oder andere ausprobiert, aber ich habe nie so richtig hineingepasst. Zur Zeit habe ich das Glück zuhause zu sein und keinen Druck zu haben so schnell wie möglich eine neue Stelle zu finden, aber  ich bin jetzt bei Autismus Deutschland in der Beratung und hoffe, dass ich mit der Hilfe meiner Beraterin eine Lösung finde und eine Arbeit finde die zu mir passt.

Wie muss die Arbeit sein, die für einen Asperger geeignet ist ?

Sie muß genau definiert sein und sollte möglichst keine Managementaufgaben enthalten.
Am besten ist es, wenn man genau weiß was man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt haben muss und die Arbeit genau strukturiert ist.
Ich persönlich mache mir jetzt immer To do Listen, die ich abhaken kann und damit genau weiß, was ich erledigt habe und was noch zu tun ist. In diesen Listen kann man auch Prioritäten festsetzen und das ist für mich immer sehr hilfreich. Asperger verlieren öfter den Überblick und es fällt ihnen teilweise  schwer Entscheidungen zu treffen.
Asperger Autisten verlieren sich oft im Detail und das kann sich, vor allem wenn eine Arbeit zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss, negativ auswirken.
Ein Einzelbüro oder Arbeit von zuhause aus, wäre optimal. Asperger arbeiten am liebsten für sich allein ohne Störungen und Gesprächen zwischendurch.
Die Zeit sollte man sich selbst einteilen und Routinen möglichst beibehalten können.
Es kommt sicher immer darauf an was man macht, aber ich halte es für besser offen mit dem Asperger Autismus umzugehen, um Missverständnisse möglichst zu vermeiden.
Ich habe diese negativen Erfahrungen gemacht.
Bis auf die Tatsache, dass die Meisten einfach zu wenig über Asperger wissen, habe ich noch keine negativen Erfahrungen durch den offenen Umgang mit meiner Diagnose gemacht.
Ich hoffe das es so bleibt....
Mir hilft es  offen damit umzugehen und vielleicht dem einen oder anderen noch einige Dinge über das Asperger S. zu erklären.


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